CLAUDIA BERG - Stillleben ...

 

Die großen Stillleben sind für mich keineswegs ästhetische Werke, sondern Anlässe zur Reflektion und Dankbarkeit. Ihnen wohnt etwas inne, was mehr ist als äußere Form. Ich denke dabei an die sechs Kakifrüchte von Mu-tschi im Daitokuji-Tempel in Kyoto. Sie sind die ewig gültige Formel höchst künstlerischer Erdung mit der Seinswirklichkeit unserer Existenz. Diesen Ton wiederzufinden in ganz anderer Art und Weise ist für mich eine große Freude. Wir können nichts Neues machen ohne das Alte. Und genau das müssen wir wissen und üben. In diesem Sinne sind die großen Stillleben Beispiele einer verdichteten über die sichtbare Wirklichkeit herausführenden künstlerischen Haltung. Es ist etwas platt, solche hochtrabenden Ausdrücke zu benutzen, aber es ist einfach so, es sind Kunstwerke mit meditativer Substanz.

Helmut Brade

 

 

 

Svchale mit Birnen, Kaltnadelradierung, 2009, 70 x 94 cm

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Gotthold Ephraim Lessing, Kaltnadelradierung, 2011, 10 x 12 cm

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Gläser und Äpfel, Kaltnadelradierung, 2009, 72,5 x 95,5 cm

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Schale mit Quitten, Kaltnadelradierung, 2009, 74 x 94 cm

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